Wenn plötzlich nichts mehr so ist wie vorher
- Heike Gottschling-Wulf
- 7. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Ein Arbeitsplatz gibt vielen Menschen weit mehr als ein Einkommen.
Er gibt Struktur. Einen festen Tagesablauf. Kollegen. Aufgaben. Das Gefühl, gebraucht zu werden. Für viele wird der Beruf mit der Zeit zu einem selbstverständlichen Teil der eigenen Identität.
Umso einschneidender ist es, wenn dieser Teil plötzlich wegfällt.
Von einem Tag auf den anderen verändern sich Gewohnheiten. Gespräche drehen sich um Bewerbungen, Fristen oder Termine. Plötzlich scheint vieles von außen bestimmt zu werden. Je länger diese Situation anhält, desto leichter entsteht das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren.
Dabei passiert häufig etwas, das zunächst kaum auffällt.
Der Blick richtet sich fast ausschließlich nach außen.
Was erwarten die jetzt von mir?
Welche Unterlagen fehlen noch?
Was passiert, wenn ich keine neue Stelle finde?
Das sind verständliche Fragen. Sie helfen aber nur begrenzt dabei, den eigenen Weg wiederzufinden.
Denn eine andere Frage gerät dabei oft in den Hintergrund:
Welche Möglichkeiten habe ich eigentlich noch?
Diese Frage verändert den Blick.
Sie richtet die Aufmerksamkeit nicht mehr ausschließlich auf das, was verloren gegangen ist, sondern auf das, was noch vorhanden ist.
Eigene Fähigkeiten.
Lebenserfahrung.
Interessen.
Neue Ideen.
Vielleicht sogar Wünsche, für die im bisherigen Berufsleben nie Platz war.
Nicht jeder berufliche Einschnitt wird am Ende zu einem kompletten Neuanfang. Das muss er auch nicht.
Manche Menschen finden zurück in ihren bisherigen Beruf. Andere entdecken eine neue Aufgabe oder entscheiden sich bewusst für eine Weiterbildung. Wieder andere nutzen diese Zeit, um sich selbst besser kennenzulernen und herauszufinden, was ihnen wirklich wichtig ist.
Genau deshalb beginnt Veränderung oft nicht mit einer neuen Arbeitsstelle.
Sie beginnt mit einem anderen Blick auf die eigene Situation.
Aus diesem Gedanken heraus ist die Ausbildung „Fachkraft für psychosoziale Entwicklung“ entstanden.
Sie richtet sich an Menschen, die lernen möchten, auch in herausfordernden Lebensphasen den Kontakt zu sich selbst nicht zu verlieren. Menschen, die ihre Möglichkeiten wieder wahrnehmen, bewusste Entscheidungen treffen und sich selbst besser verstehen möchten.
Denn manchmal verändert sich das Leben nicht in dem Moment, in dem sich die Umstände ändern.
Sondern in dem Moment, in dem wir erkennen, dass wir trotz veränderter Umstände noch immer Einfluss auf unseren eigenen Weg haben.





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