Wenn der Satz „Ich funktioniere einfach nicht mehr“ plötzlich Realität wird
- Heike Gottschling-Wulf
- 28. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Die meisten Menschen sagen nicht von heute auf morgen: „Ich kann nicht mehr.“
Vorher passiert meistens etwas anderes.
Der Alltag läuft weiter. Die Arbeit muss erledigt werden, zu Hause wartet das nächste, Termine werden eingehalten und für andere ist man selbstverständlich da. Irgendwann merkt man, dass alles mehr Kraft kostet als früher. Man schläft zwar, fühlt sich morgens aber trotzdem nicht erholt. Die Geduld wird kürzer, die Gedanken hören nicht mehr auf und selbst Kleinigkeiten werden anstrengend.
Trotzdem macht man weiter.
Nicht, weil man es unbedingt möchte, sondern weil es nichts gibt, das einen einfach anhalten lässt.
Erst irgendwann kommt dieser Satz:
„Ich funktioniere einfach nicht mehr.“
Eigentlich steckt darin etwas Trauriges. Denn wer so über sich spricht, geht oft davon aus, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Vielleicht stimmt aber gar nichts mit dem Menschen nicht.
Vielleicht hat er einfach viel zu lange versucht, alles unter einen Hut zu bekommen, ohne zu merken, wie viel Kraft ihn das jeden Tag kostet.
Genau das passiert vielen. Nicht, weil sie schwach sind oder weil sie versagt haben. Sondern weil sie nie gelernt haben, auf die kleinen Veränderungen bei sich selbst zu achten.
Die meisten bemerken ihre Grenzen erst dann, wenn sie längst überschritten sind.
Dabei sendet unser Körper oft schon viel früher Signale. Nur werden sie im Alltag leicht übersehen oder als normal abgetan. Schließlich geht es allen mal schlecht. Jeder ist mal müde. Jeder hat mal Stress.
Doch manchmal steckt mehr dahinter.
Manchmal entwickelt sich eine dauerhafte Belastung, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Vielleicht sollten wir deshalb aufhören, uns erst dann mit uns selbst zu beschäftigen, wenn nichts mehr geht.
Vielleicht sollten wir viel früher lernen, uns selbst wahrzunehmen.
Nicht erst dann, wenn Körper oder Psyche uns zum Anhalten zwingen.
Sondern dann, wenn wir noch etwas verändern können.
Genau dort setzt die Ausbildung „Fachkraft für psychosoziale Entwicklung“ an.
Sie richtet sich an Menschen, die lernen möchten, sich selbst besser zu verstehen, die eigenen Signale früher zu erkennen und bewusster mit sich selbst und anderen umzugehen.
Denn der Satz „Ich funktioniere einfach nicht mehr.“ muss nicht das Ende eines langen Weges sein.
Manchmal kann er auch der Anfang von etwas Neuem sein.





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